Stefan`s Erotic Kadett C/QP
Eigentlich wollte Stefan keinen Taler mehr in das Auto stecken. Nach dem die Weber-Vergaser dann auch noch ersetzt werden mussten, kamen Verkaufsabsichten auf (es sollte ein Tigra werden). Man munkelte, tuschelte und gab dem Coupé den Namen "Das Phantom". Der Motor wurde zerlegt. Er gab keine Auskünfte. Sieht so das Ende aus?
Nein, denn plötzlich taucht er voller Chromzier wieder auf, als

Im Januar '94 begann Stefan's große Liebe. An einem schönen Sonntag drehte er in der Helmstedter Innenstadt seine Runden. Bei den ersten Fahrten nahm er das Gelb- weiße nicht wahr, wohl aber bei einer wei- teren. In der hinteren Reihe lugte ein Kadett C Coupé hervor. Ohne lang zu zögern, störte er den Händler beim Kaffeetrinken und reservierte sich den Wagen. Am nächsten Tag steuerte er den Händler erneut an, um den Wagen bei einigen Stadtrunden zu testen. Das flinke, wendige Coupé wuchs ihm dabei sofort ans Herz. Man wurde sich einig und der 1.9 Liter Ein- spritzer mit 105 PS, serienmäßiger GTE- Ausstattung und ATS Sternfelgen    

wechselte den Besitzer. Passend zur Sport-Optik erhielt der Kadett eine Gruppe A Auspuffanlage, Scheinwerferblenden und einen Überrollkäfig inklusive Verstrebun- gen, der zum Lack passend gelb lackiert wurde. Für den Innenraum spendierte Stefan zwei "sparco" Vollschalensitze. Die angeschaffte Mittelkonsole (für den großen Tunnel) erhielt Zusatzinstrumente.
Auf der Motor-Show in Essen erstand
er, 
damals zeitgemäß, Mattig SSF in 7 x 13" mit 195 / 55 Conti. Im Sommer '95 reichte dann die Motorleistung nicht mehr aus. "Ein 2.4er soll für den nötigen Vortrieb sorgen". Ein überholtes, gelb lackiertes Triebwerk mit wenig Laufleistung hielt samt Getriebe Einzug in den Vorderwagen. Das die Leistung optimal auf die Straße über- tragen wird, garantiert ein ZF-Getriebe mit 1.0 Übersetzung inklusive einer 9" 6 Punkt Sport-Kupplung. Die Eintragung des Trieb- werkes und der Räder lief dank einer 
Tuningfirma in Minden recht reibungslos ab. Stefan meint: "Von den Fahrleistungen und den Motorgeräuschen her, ist es eine absolute Spaßsteigerung." Nach mehreren Fahrten an heißen Tagen wurde klar, das die größere Maschine wesentlich mehr Hitze erzeugte, als die vorherige. Ein Ölkühler wurde montiert und die Haube bekam Lufteinlässe.
Bei dieser Gelegenheit wurde die Haube dann gleich richtig modifiziert. Bohrungen für die Haubenschlösser und der >Böse Blick< zieren seit dem den Motordeckel. Der originale GT/E Heckspoiler hatte sich mit den Jahren verzogen und hing durch. "Ich habe mir die Hacken nach so einem Teil abgerannt". Für teures Geld konnte dieser ersetzt werden. Der neue Heck- spoiler sollte, wie der alte, in Wagenfarbe lackiert werden. "Warum also nicht gleich den ganzen Wagen lackieren?" Gut, aber welche Farbe? In dieser Saison waren Far- ben wie giftgrün und knalligorange ange- sagt. Um nicht im Trend zu liegen, ent- schloss er sich im Winter '96/'97 für dunkel- grünmetallic, ursprünglich auf bayrische Fahrzeuge aufgetragen. Die Perlmut- und Metallicanteile wurden jedoch erhöht. Weiße Blinkergläser und schwarze Rückleuchtengläser runden die Optik ab. Etwas zu spät entschied er sich für die passende Besohlung, für "die geilste Felge der Welt": Smoor  Roadstar in 8x13" ET4.
Der Einsatz dieser Räder macht, wenn man lenken möchte, bördeln und leichtes ziehen nötig! Und das am frischen Lack! Mit Heißluft wurde die Karosse bearbeitet. Die Zeit war erschreckend vorangeschritten. Eilig wurde ein Pioneer Radio eingebaut und die Lautsprecherschräge im Heck mit schwarzem Leder bezogen. Der CD-Wechsler erhielt seinen Platz im Kofferraum, der anschließend mit gelbem Leder bezogen wurde. Im Bereich des Motors wurden einige verchromte Teile zugekauft oder gelb lackiert.
In der Saison '98 machten ihm die Weber- Vergaser zu schaffen. Nachdem sich die Vergaser nicht justieren ließen, kam man zu dem Ergebnis, dass die Vergaser- kammern gerissen waren. Am Ende der Saison, nach vielem Hin und Her, wurden zwei neue Weber montiert. Die Motivation ging gegen Null. Schwarze Wolken verdunkelten den Himmel, denn Verkaufs- absichten kamen auf. In der Saison '99 investierte er nur in Benzin und Öl. Als die Interessenten jedoch die Preisvorstellung
nicht teilen wollten, trat er den Weg nach vorne an. Sofort nach der Saison, ganz im Stillen, riss er dem Coupé lieblos das Herz heraus und zerlegte es. Er hatte wieder Pläne für sein Coupé. Einige Anbauteile wurden zerlegt, poliert und anschließend zum Verchromen geschickt. Zwar dauerte es lange bis die Teile zurück waren, doch es lohnte sich. Seine Erwartungen wurden übertroffen. Zeitgleich reiften Ideen für Airbrushmotive in seinem Kopf heran. Von Schablonenmotiven nahm er sofort Ab-  stand. Stefan: "Entweder eine gute, eigene Idee oder kein Airbrush!"
Saison 2000: Auf dem ersten Treffen bilde- ten sich gleich nach dem Eintreffen Men- schentrauben um sein Coupé. Die handvoll Eingeweihten staunten nicht schlecht, hatten zwar mitbekommen, dass Stefan Chromteile kaufte, aber so etwas? Andere, die das Coupé von früher kannten, mussten beatmet werden. Der Motorraum glänzte in Chrom. Viele Anbau- und Kleinteile waren dem Verchromer zum Opfer gefallen (z.B.
Lima, Anlasser, Ventildeckel, Riemen- scheibe, Bremskraftverstärker, Gasgestän- ge, Pedale, Schalthebel, Lenkradnabe, Nockenwellendeckel, Kotflügelschrauben, Kofferraumschloss usw.). Die Maschine erhielt einen granit-grünen Überzug. Einige Teile wurden mit verchromten Nietenschrau- ben befestigt. Um Kabel und Schläuche zu verdecken wurden Schlauchhüllen aus Edelstahl verbaut. Eine verchromte Zünd- spule  ersetzt jetzt die vorherige Hülle.
Und: Tatsächlich Airbrush!
Sein Interesse am Piercing brachte ihn auf 


links     Endstufen     rechts

die Idee für eine geniale und persönliche Airbrush-Serie: 
Seine Freundin stand
Modell! 
Außen zieren Schriftzüge den Wagen, im Innenraum und auf den Endstufen ist seine Freundin in erotischen Posen abgebildet. Das gelbe Leder aus dem Kofferraum wur- de durch schwarzes ersetzt und die ge- brushten Endstufen darauf montiert. Mit dieser Bestätigung, einen Hingucker ge- schaffen zu haben, schraubt er nun weiter auf diesem Erfolgskurs. "Wenn man einmal vom Coupé-Virus infiziert wurde, kommt man davon nicht mehr los."
Update 2001:
Neue Chromteile sind hinzugekommen, darunter Haubendorn, Haubenstange, Stangen- halter und Fanghaken. Interieur: verchromter Schaltknauf, polierte ALU-Türpins, gekürzte ALU-Fensterkurbeln, Käfig schwarz lackiert.
Update 2002:
Auf die Frage, an was er gerade werkelt, folgte diese Antwort: "Man ist das dunkel in meiner Garage ...". Voller Tatendrang dankt Stefan Simone, der "besten Airbrusherin weit und breit". Sie hat ihm gerade mit einem Fingerhut voll Wagenfarbe sein Nokia gebrusht ...
 
Erot(echn)isches:
Typ: Kadett C Coupé GT/E (10/78)
Motor: 2.4L cih Reihenvierzylinder mit 45er Weber-Doppelvergaser, K&N Luftfilter Leistung: 174 PS (128 kW) Auspuff: Mantzel Gruppe A mit 100mm Endrohr Kraftübertragung: 5-Gang ZF Getriebe, 1.0/ 9"/6 Punkt Kupplung Vorderachse: Einzelradaufhängung an Doppel- Querlenker Hinterachse: Starrachse Fahrwerk (VA/HA): Mantzel -80mm mit Koni gelb Felgen (Herst./Größe): Smoor Roadstar 8x13 ET 4 Bereifung (Herst./Größe): Dunlop SP 2000 in 175/50 R 13 Farbe: BMW (modifiziert) Exterieur: weiße Blinker, schwarze Rückleuchten, Mantzel Überrollkäfig, Front- und Heckspoiler mit Airbrush, "böser Blick" und GSI Lufteinlässe in der Motorhaube (GFK), Motorchrom, Domstrebe vorn und hinten Interieur: "sparko" Vollschalensitze, Zusatzinstrumente, 32er Raid Sportlenkrad mit Airbrush, Hosenträgergurte, Kofferraum mit schwarzem Leder bezogen, Airbrush- und Chromapplikationen, gelb umkettelte Fußmatten, Alu-Handbremshebel mit schwarzem Leder Musik: Pioneer mit 12er CD-Wechsler, 1x Pioneer Endstufe mit Airbrush, 1x Kenwood Endstufe mit Airbrush, Lautsprecher Magnat Pro 320 und Mac Audio 220
 
GT/E Historie: Ab 1975 wurde dieses Coupé in 8660 Exemplaren gefertigt. Dieses Sport- gerät hatte Wettbewerbsqualitäten und wurde gerne von Tunern auf höhere Leistung getrimmt. Motoren mit 16 Ventilen wurden für die Gruppen 1 und 2 homologiert. Zur Serienausstattung gehörten unter anderem Bilstein-Gasdruckstossdämpfer. Alle blanken Teile waren matt-schwarz gehalten. Die Grundversion für die Straße kostete 13119.- DM.